Bestattungsvorsorge-Vertrag: Kosten, Inhalt und Kündigung
Bestattungsvorsorge kostet so viel wie die Bestattung selbst — für eine schlichte Feuerbestattung mit Urnenreihengrab und schlichter Trauerfeier rechnet unser Kostenrechner mit 3.300 bis 6.450 € (Spannen unseres Kostenrechners, Stand 2026, abgerufen am 18.10.2026; Herleitung unten). Sie verlegen die Zahlung nur nach vorn: per Vorsorgevertrag mit dem Bestatter, Geld auf einem Treuhandkonto, und einer Bestattungsverfügung für Ihre Wünsche.
In fünf Schritten zur Vorsorge
- Wünsche festhalten: Erd- oder Feuerbestattung, Feier, Grab. Eine formlose Bestattungsverfügung genügt und kostet nichts.
- Angebot einholen: Lassen Sie sich die Leistungen schriftlich aufschlüsseln. Ein erstes Angebot können Sie auch für eine Vorsorge einholen — kostenlos und unverbindlich.
- Vertrag prüfen: Festpreis oder nur Kostenvoranschlag? Was gilt bei Umzug oder Bestatterwechsel? Wie ist der Leistungsumfang beschrieben? Mehr dazu unten und im Beitrag Angebot prüfen.
- Geld sichern: Einzahlung auf ein Treuhandkonto, nicht direkt an den Betrieb.
- Angehörige informieren: dass es die Vorsorge gibt und wo die Unterlagen liegen.
Es gibt keinen Pauschalbetrag — die Summe richtet sich nach dem gewünschten Umfang. Die eigene Spanne zeigt der Kostenrechner.
Die drei Wege im Vergleich
| Weg | Kosten | Sicherheit | Sozialamt-Schutz |
|---|---|---|---|
| Vorsorgevertrag mit Treuhandkonto | Bestattungssumme, ggf. zzgl. Verwaltungskosten der Treuhandstelle | Geld liegt getrennt vom Vermögen des Bestatters | kann als Härte geschützt sein, wenn angemessen und zweckgebunden (Einzelfallprüfung) |
| Sterbegeldversicherung | laufende Beiträge, Höhe je nach Alter und Tarif (siehe Sterbegeld-Beitrag) | Absicherung nach den Bedingungen des Versicherers | wird im Einzelfall geprüft |
| Eigenes Sparkonto | keine Kosten | Einlagensicherung | nein — zählt als verwertbares Vermögen |
| Direktzahlung an den Bestatter | Bestattungssumme | kein Insolvenzschutz | unsicher |
Der Vorsorgevertrag mit Treuhandkonto
Sie legen mit einem Bestatter fest, was geschehen soll — Bestattungsart, Sarg, Grab, Feier — und zahlen die vereinbarte Summe nicht an ihn, sondern auf ein Treuhandkonto bei einer unabhängigen Treuhandstelle des Bestattungsgewerbes. Erst nach erbrachter Leistung wird das Geld freigegeben.
- Vorteil: Der Umfang steht fest, die Angehörigen müssen im Sterbefall nichts entscheiden. Das Geld liegt getrennt vom Vermögen des Bestatters.
- Verwaltungskosten: Höhe legt die jeweilige Treuhandstelle fest. Sie wird teils durch die Verzinsung der Einlage gedeckt.
- Worauf zu achten ist: dass tatsächlich auf ein Treuhandkonto eingezahlt wird und nicht direkt an den Betrieb. Zahlen Sie niemals eine größere Summe unmittelbar an ein Bestattungsinstitut.
- Preisbindung prüfen: Steht im Vertrag, dass die vereinbarten Leistungen ohne Nachzahlung erbracht werden, oder nur der Betrag? Bei langen Laufzeiten macht das den Unterschied.
Was der Vertrag im Einzelnen regelt
Rechtlich ist der Vorsorgevertrag ein Werkvertrag über die spätere Bestattung, verbunden mit einem Verwahrvertrag für das Geld. Üblich ist, dass er festhält:
- die gewünschte Bestattungsart (Feuer- oder Erdbestattung) und die einzelnen Leistungen, etwa Sarg oder Urne, Überführung, Ort und Ablauf der Feier;
- ob die vereinbarte Summe als Festpreis gilt oder nur ein Kostenvoranschlag ist;
- bei wem und wie das Geld verwahrt wird — beim Treuhandkonto-Modell auf einem gesonderten Konto einer Treuhandstelle, nicht im Betriebsvermögen des Bestatters;
- wann das Geld an den Bestatter ausgezahlt wird — regulär erst nach erbrachter Leistung.
Kündigung und Widerruf
Ein Vorsorgevertrag lässt sich als Werkvertrag grundsätzlich jederzeit kündigen (§ 648 BGB, „Kündigungsrecht des Bestellers”). Der Bestatter darf dann aber die vereinbarte Vergütung abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen. Ohne anderen Nachweis vermutet das Gesetz dafür 5 Prozent der Vergütung für den noch nicht erbrachten Teil (Quelle: § 648 BGB, abgerufen 17.10.2026).
Zusätzlich kann ein Widerrufsrecht bestehen, wenn der Vertrag außerhalb der Geschäftsräume des Bestatters — etwa beim Kunden zuhause — oder als Fernabsatzvertrag per Telefon oder Internet geschlossen wurde (§ 312g in Verbindung mit § 355 BGB). Die Widerrufsfrist beträgt dann 14 Tage ab Vertragsschluss, sofern ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht belehrt wurde. Fehlt die Belehrung, beginnt die Frist nicht (§ 356 Abs. 3 BGB) und das Widerrufsrecht erlischt spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss (§ 356 Abs. 4 BGB). Bei einem Widerruf wird der Vertrag rückabgewickelt; für bereits erbrachte Leistungen kann der Bestatter nur unter den Voraussetzungen des § 357a Abs. 2 BGB Wertersatz verlangen (gesetze-im-internet.de, abgerufen 18.10.2026).
Unterschied zur Sterbegeldversicherung
Der Vorsorgevertrag legt den Leistungsumfang mit einem bestimmten Bestatter fest und bindet das Geld dafür zweckgebunden. Die Sterbegeldversicherung zahlt dagegen im Todesfall eine vereinbarte Geldsumme an eine benannte bezugsberechtigte Person aus, die frei entscheidet, bei welchem Bestatter und wofür sie das Geld einsetzt. Wer den Ablauf und die Bestatterwahl bereits festlegen möchte, ist mit dem Vorsorgevertrag genauer gebunden. Wer sich diese Entscheidung offenhalten will, ist mit der Versicherung flexibler.
Was eine Vorsorge typischerweise abdeckt
| Baustein | Betrag |
|---|---|
| Bestatterleistungen | 1.100 – 2.000 € |
| Einäscherung | 350 – 650 € |
| Kremationssarg, furniert | 550 – 950 € |
| Schmuckurne | 200 – 450 € |
| Urnenreihengrab | 700 – 1.500 € |
| Schlichte Trauerfeier | 400 – 900 € |
| Vorsorgesumme | 3.300 – 6.450 € |
Herleitung: Summe der Posten im Kostenrechner (Spannen unseres Kostenrechners, Stand 2026, brutto, Region Durchschnitt): Grundleistung Feuerbestattung, Einäscherung samt zweiter Leichenschau, Kremationssarg „furniert“, Schmuckurne, Urnenreihengrab und Trauerfeier „Schlichter Rahmen“, jeweils Untergrenze bis Obergrenze. Ohne Grabstein; Beispiel, keine Preiszusage eines Betriebs.
Ein Grabmal lässt sich mit vorsehen, wird aber häufig ausgenommen, weil es erst Monate später gesetzt wird. Die laufende Grabpflege regelt ein separater Dauergrabpflegevertrag über die Treuhandstellen der Friedhofsgärtner.
Der Punkt, auf den es bei Sozialhilfe ankommt
Wer Sozialhilfe beantragt, muss verwertbares Vermögen zuvor einsetzen — ein Sparbuch „für die Beerdigung” wird dabei mitgezählt. Das Gesetz nennt Bestattungsvorsorge nicht ausdrücklich; es schützt aber Vermögen, dessen Einsatz eine Härte wäre (§ 90 Abs. 3 SGB XII, abgerufen 17.10.2026). Eine angemessene, tatsächlich zweckgebundene Vorsorge — über einen Treuhandvertrag oder eine unwiderruflich zweckgebundene Sterbegeldversicherung — kann deshalb als Härte geschützt sein.
Wenn das Geld für die Bestattung fehlt
Ohne Vorsorge und ohne Nachlass müssen die zur Bestattung Verpflichteten die Kosten tragen. Können sie das nicht zumutbar, „werden die erforderlichen Kosten einer Bestattung übernommen” (§ 74 SGB XII, abgerufen 17.10.2026). Den Antrag stellen Sie beim Sozialamt, am besten bevor Sie einen Bestatter beauftragen. Mehr dazu unter Wer zahlt die Beerdigung?.
Was außerdem in die Vorsorge gehört — und nichts kostet
- Bestattungsverfügung: ein formloses Schriftstück mit dem gewünschten Ablauf. Sie hält Ihren Willen schriftlich fest, gibt den Angehörigen Orientierung und kostet nichts.
- Nicht ins Testament schreiben. Das wird oft erst nach der Bestattung eröffnet — dann ist alles vorbei.
- Dort hinterlegen, wo sie gefunden wird: bei den Ausweispapieren, beim Bestatter, bei einer Vertrauensperson. Ein Hinweiszettel im Portemonnaie hilft mehr als jeder Tresor.
- Angehörige informieren, dass eine Vorsorge existiert und bei wem. Ungenutzte Vorsorgeverträge, von denen niemand wusste, sind ein häufiger und bitterer Fall.
Rechnen Sie Ihren eigenen Fall durch
Der Rechner nimmt Ihre Angaben Schritt für Schritt auf und zeigt die Spanne für genau Ihre Entscheidungen — schnell geschätzt oder bis zur Holzart durchgeplant.
Häufige Fragen
Was kostet eine Bestattungsvorsorge?
Sie kostet so viel wie die vorgesehene Bestattung, je nach Umfang; für eine schlichte Feuerbestattung mit Urnenreihengrab und schlichter Trauerfeier rechnet unser Kostenrechner mit 3.300 bis 6.450 € (Spannen unseres Kostenrechners, Stand 2026). Bei einem Treuhandkonto können zusätzlich Verwaltungskosten der Treuhandstelle anfallen, die teils durch die Verzinsung gedeckt werden.
Ist Bestattungsvorsorge vor dem Sozialamt geschützt?
Eine angemessene, zweckgebundene Vorsorge kann als Härte geschützt sein (§ 90 Abs. 3 SGB XII, abgerufen 17.10.2026); das Sozialamt prüft im Einzelfall. Voraussetzung ist die tatsächliche Bindung über einen Treuhandvertrag oder eine unwiderruflich zweckgebundene Versicherung. Ein normales Sparbuch ist nicht geschützt.
Was passiert, wenn der Bestatter insolvent geht?
Bei Einzahlung auf ein Treuhandkonto liegt das Geld getrennt vom Vermögen des Bestatters und wird üblicherweise erst nach erbrachter Leistung freigegeben; die Bedingungen stehen im Vertrag. Deshalb sollte nie eine größere Summe direkt an ein Bestattungsinstitut gezahlt werden.
Was ist eine Bestattungsverfügung?
Ein formloses Schriftstück, in dem Sie den gewünschten Ablauf festhalten. Sie hält Ihren Willen schriftlich fest, gibt den Angehörigen Orientierung und kostet nichts. Wichtig: nicht ins Testament schreiben, das oft erst nach der Bestattung eröffnet wird.
Kann ich einen Bestattungsvorsorge-Vertrag kündigen?
Ja, als Werkvertrag ist er grundsätzlich jederzeit kündbar (§ 648 BGB). Der Bestatter darf dann die vereinbarte Vergütung abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen. Ohne anderen Nachweis vermutet das Gesetz dafür 5 Prozent der Vergütung für den noch nicht erbrachten Teil.
Gibt es ein Widerrufsrecht für den Vorsorgevertrag?
Ja, wenn der Vertrag außerhalb der Geschäftsräume des Bestatters oder als Fernabsatzvertrag geschlossen wurde (§ 312g in Verbindung mit § 355 BGB). Die Frist beträgt 14 Tage ab Vertragsschluss bei ordnungsgemäßer Belehrung. Ohne Belehrung verlängert sie sich.
Was unterscheidet den Vorsorgevertrag von einer Sterbegeldversicherung?
Der Vorsorgevertrag legt Leistungsumfang und Bestatter fest und bindet das Geld zweckgebunden. Die Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Geldsumme an eine bezugsberechtigte Person aus, die frei entscheidet, bei welchem Bestatter und wofür sie das Geld einsetzt.
Was ist, wenn das Geld für die Bestattung fehlt?
Können die zur Bestattung Verpflichteten die Kosten nicht zumutbar tragen, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Kosten (§ 74 SGB XII, abgerufen 17.10.2026). Der Antrag sollte vor der Beauftragung des Bestatters gestellt werden.
Wie gehe ich bei der Bestattungsvorsorge vor?
In fünf Schritten: Wünsche festhalten, ein aufgeschlüsseltes Angebot einholen, den Vertrag prüfen (Festpreis, Leistungsumfang, Umzug), das Geld auf ein Treuhandkonto einzahlen und die Angehörigen informieren. Ein erstes Angebot lässt sich auch für eine Vorsorge kostenlos einholen.
Ein konkretes Angebot statt einer Schätzung
Richtwerte ersetzen kein aufgeschlüsseltes Angebot. Holen Sie kostenlos und unverbindlich ein erstes Angebot von einem Bestatter in Ihrer Nähe ein. Ihre Anfrage geht an einen Betrieb; passt sein Angebot nicht, fragen wir mit einem Klick oder auf Wunsch automatisch den nächsten.