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Behördenkosten im Todesfall: Was kosten Urkunden und Erbschein?

Die meisten Behördengebühren im Sterbefall sind gesetzlich festgelegt und überschaubar: Eine Sterbeurkunde kostet je nach Land einige Euro (Berlin: 12 €, jede weitere gleichzeitig 6 €), die Eröffnung eines Testaments 109 €. Teuer wird vor allem der Erbschein — seine Gebühr richtet sich nach dem Nachlasswert, bei 50.000 € sind es samt eidesstattlicher Versicherung 330 €. Alle Beträge unten mit Quelle.

Die Urkunden

DokumentKosten
Sterbeurkunde (Gebühr je Land; jede weitere gleichzeitig in Berlin 6 €)Berlin: 12 €

Quelle: Service Berlin, service.berlin.de/dienstleistung/318990, abgerufen 17.10.2026. Wie viele Ausfertigungen Sie brauchen, was die gebührenfreie Urkunde für Sozialversicherungszwecke ist und welche Unterlagen nötig sind, steht unter Sterbeurkunde beantragen. Ihre Gebühr nennt das Standesamt des Sterbeorts.

Nachlassgericht und Erbschein

VorgangKosten
Eröffnung eines Testaments durch das Nachlassgericht (Nr. 12101)109 €
Amtliche Verwahrung eines Testaments zu Lebzeiten (Nr. 12100)82 €
Beurkundung der Ausschlagung des Erbes: 0,5-Gebühr nach Wert (Nr. 21201 Nr. 7)ab 30 €
Erbschein bei 25.000 € Nachlasswert (2 × 115 €)230 €
Erbschein bei 50.000 € Nachlasswert (2 × 165 €)330 €
Erbschein bei 100.000 € Nachlasswert (2 × 273 €)546 €
Erbschein bei 250.000 € Nachlasswert (2 × 535 €)1.070 €

Die Erbscheingebühr richtet sich nach dem Nachlasswert, abzüglich der Schulden des Erblassers. Für das Verfahren fällt eine volle Gebühr nach Tabelle B an (Nr. 12210), für die meist nötige eidesstattliche Versicherung noch einmal eine volle Gebühr (Nr. 23300) — daher „2 ד in der Tabelle. Quelle aller Beträge: Kostenverzeichnis und Gebührentabelle B des Gerichts- und Notarkostengesetzes (Anlage 1, Anlage 2, Fassung BGBl. 2025 I Nr. 109, abgerufen 17.10.2026). Mehr zur Ausschlagung: Erbe ausschlagen: Frist und Kosten.

Wann Sie gar keinen Erbschein brauchen

Liegt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag mit Eröffnungsprotokoll vor, akzeptieren Banken und Grundbuchämter das in aller Regel statt eines Erbscheins. Das spart die komplette Gebühr. Auch eine über den Tod hinaus geltende Bankvollmacht macht den Erbschein für Kontozugriffe entbehrlich. Beides sind Gründe, zu Lebzeiten vorzusorgen. Ein notarielles Testament kostet zwar selbst Notargebühren und 82 € für die amtliche Verwahrung, kann aber den Erbschein ersetzen — bei 250.000 € Nachlass entfällt damit eine Erbscheingebühr von 1.070 €. Ein handschriftliches Testament ersetzt den Erbschein dagegen meist nicht.

Abmeldungen und Ummeldungen

VorgangKosten
Kfz-Abmeldung (Gebühr der Zulassungsstelle)je Ort
Kfz-Umschreibung auf den Erben (Gebühr der Zulassungsstelle)je Ort
Grundbuchberichtigung nach Erbfall, binnen zwei Jahren0 €
Grundbuchberichtigung nach Ablauf der zwei Jahre: volle Gebühr nach Grundstückswertnach Wert
Nachsendeauftrag (Preis der Deutschen Post)laut Post

Die Grundbuchberichtigung ist gebührenfrei, wenn der Antrag innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall beim Grundbuchamt eingeht (Anmerkung zu Nr. 14110 KV GNotKG, Anlage 1, abgerufen 17.10.2026). Danach fällt eine volle Gebühr nach Tabelle B an — eine Frist, die häufig verstreicht und dann echtes Geld kostet.

Was der Bestatter übernimmt

Die meisten Betriebe erledigen die Sterbefallanzeige beim Standesamt, beschaffen die Urkunden und melden bei Krankenkasse und Rentenversicherung ab. Das ist in den Grundleistungen des Bestatters enthalten, die nach den Spannen unseres Kostenrechners (Stand 2026) je nach Bestattungsart 1.100 – 2.200 € kosten. Die Urkundengebühren selbst laufen als Auslagen durch. Nicht übernommen werden Erbschein, Testamentseröffnung, Kündigungen von Verträgen und die Regelung des digitalen Nachlasses.

Steuerlich

Die Kosten der Nachlassregelung — Erbschein, Testamentseröffnung, Beglaubigungen — zählen bei der Erbschaftsteuer zu den Nachlassverbindlichkeiten und fallen unter denselben Pauschbetrag von 15.000 € wie die Bestattungskosten (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG, abgerufen 17.10.2026). Bei der Einkommensteuer zählen dagegen üblicherweise nur die eigentlichen Bestattungskosten.

In 4 Schritten zu den Urkunden

  1. Empfänger zählen: Bank, Versicherungen, Vermieter, Nachlassgericht.
  2. Sterbeurkunden gleichzeitig bestellen, beim Standesamt des Sterbeorts oder über den Bestatter.
  3. Testament abgeben: Das Nachlassgericht eröffnet es; ob ein Erbschein nötig ist, hängt von den Unterlagen ab.
  4. Gebühren nach Bescheid prüfen und die Belege für die Nachlassabrechnung aufheben.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Sterbeurkunde?

Die Gebühr setzt das jeweilige Land fest. Beispiel Berlin (Service Berlin, abgerufen 17.10.2026): 12 € für die erste Urkunde, 6 € für jede weitere bei gleichzeitiger Ausstellung. In Berlin ist die Urkunde für Sozialversicherungszwecke gebührenfrei und wird gesondert angefordert.

Wie viele Sterbeurkunden braucht man?

So viele, wie Sie Empfänger haben: Banken, Versicherungen, Vermieter und Nachlassgericht verlangen oft ein Original. Zählen Sie die Stellen ab und bestellen Sie alle auf einmal — einzeln nachbestellte Urkunden kosten wieder die volle Gebühr.

Was kostet ein Erbschein?

Die Gebühr richtet sich nach dem Nachlasswert abzüglich der Schulden des Erblassers. Für das Verfahren fällt eine volle Gebühr nach Tabelle B des GNotKG an (Nr. 12210), für die meist nötige eidesstattliche Versicherung noch einmal eine (Nr. 23300). Zusammen sind das bei 50.000 € Nachlass 330 €, bei 100.000 € 546 € (Gebührentabelle, abgerufen 17.10.2026).

Kann man den Erbschein vermeiden?

Ja. Ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag mit Eröffnungsprotokoll wird von Banken und Grundbuchämtern meist anstelle eines Erbscheins akzeptiert, ebenso eine über den Tod hinaus geltende Bankvollmacht.

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