Was kostet eine Bestattung in München?
Eine Bestattung in München kostet bei einer schlichten Feuerbestattung mit Urnengrab etwa 3.400 bis 5.000 €, bei einer Erdbestattung etwa 4.750 bis 7.850 € (Satzung 2024, Rechner 2026; jeweils ohne Grabstein). Den größten städtischen Posten setzt die Stadt fest: Das Öffnen und Schließen eines Sarggrabes kostet 1.665 €, eine Urnenbeisetzung 588 €.
Bestatterleistungen, Einäscherung und die tatsächlichen städtischen Gebühren zusammengerechnet. Ohne Grabstein.
Die Friedhofsgebühren der Landeshauptstadt
Die folgenden Beträge stammen aus der Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt München in der Fassung vom 27. Mai 2024, in Kraft seit 1. Juli 2024. Sie gelten für die städtischen Friedhöfe (Fundstellen: Grabnutzung § 4 Abs. 1, Beisetzung und Feierlichkeiten § 6 Abs. 1, Sonderleistungen § 7 Abs. 2). Die Gebühren sind Nettobeträge, ausgenommen Einäscherung und Urnenversand; fällt Mehrwertsteuer an, kommt sie dazu (§ 1). Die Grabnutzung ist laut § 4 Abs. 4 für die gesamte Ruhezeit im Voraus zu zahlen. Dass die Gebühren zuletzt stiegen, bestätigt die dpa: Das Erdgrab in der ersten Reihe kostete von 2021 bis 2024 jährlich 109 €, inzwischen 134 € (Schwäbische Zeitung/dpa, 30.10.2025).
Grabnutzung — in München pro Jahr berechnet
| Grabart | Pro Jahr | Bei 10 Jahren Ruhezeit |
|---|---|---|
| Erdgrabstätte, 1. Reihe | 134 € | 1.340 € |
| Erdgrabstätte, 2. und folgende Reihen | 84 € | 840 € |
| Urnenerdgrabstätte, 1. Reihe | 109 € | 1.090 € |
| Urnenerdgrabstätte, 2. und folgende Reihen | 59 € | 590 € |
| Urnennische mit Gitter | 57 € | 570 € |
| Urnennische, offener Einzelplatz | 99 € | 990 € |
| Urnennische, offener Doppelplatz | 107 € | 1.070 € |
| Anonyme Urnengrabstätte | einmalig | 940 € einmalig |
| Gemeinschaftsgrabanlage inkl. Grabmal und Pflege, je Urne bzw. Anlage | laut Satzung 98 – 610 € | Bezugsdauer nennt die Satzung nicht; bei den Städtischen Friedhöfen erfragen |
Beisetzung und Feierlichkeiten
| Leistung | Gebühr |
|---|---|
| Sargbeisetzung — Öffnen und Schließen des Grabes | 1.665 € |
| Urnenbeisetzung — Öffnen und Schließen | 588 € |
| Benutzung der Trauerhalle inkl. Pflanzen- und Lichterschmuck | 233 € |
| Aufbahrung inkl. Pflanzen- und Lichterschmuck | 88 € |
| Verwaltungskostenzuschlag bei individuellen Sonderleistungen (§ 7 Abs. 2) | 30 % |
Zweite Leichenschau: Vor einer Einäscherung ist sie in Bayern seit dem 1. April 2025 verbindlich vorgeschrieben (dpa, 30.10.2025). Sie steckt in der Position „Einäscherung und zweite Leichenschau“ der Rechenbeispiele unten.
Die kurze Ruhezeit — Vorteil und Falle zugleich
In München beträgt die Ruhezeit grundsätzlich zehn Jahre (bei Kindern bis zum vollendeten 2. Lebensjahr drei, bis zum vollendeten 11. Lebensjahr fünf Jahre). Auf einigen Friedhöfen gilt eine längere Ruhezeit: 15 Jahre unter anderem in Bogenhausen, Neuhausen, Nymphenburg und Freimann, 20 Jahre in Lochhausen und Oberföhring, 30 Jahre in Englschalking und bei Grüften. Nach einer Vorbehandlung des Leichnams, etwa Einbalsamierung, verlängert sie sich um fünf Jahre (Friedhofssatzung § 14, Fassung vom 02.12.2021). Wie es in den anderen Ländern aussieht, zeigt die Länderübersicht.
- Vorteil: Die Grabgebühr fällt zunächst nur für zehn Jahre an — die Anfangsrechnung ist niedriger als in Städten mit langer Ruhezeit.
- Falle: Wer das Grab länger behalten will, muss früher und öfter verlängern, und zwar zu den dann gültigen Sätzen. Über dreißig Jahre gerechnet kann das teurer werden als eine einmalig lange Ruhezeit.
Mehr dazu: Grab verlängern oder auflösen.
Drei Rechenbeispiele für München
Zu den städtischen Gebühren kommen die Leistungen des Bestatters, die nicht die Stadt festsetzt und die zwischen den Betrieben deutlich schwanken. Die Bestatterposten sind Spannen unseres Kostenrechners (Stand 2026), die städtischen Posten stammen aus der Satzung (Grabnutzung 10 Jahre bei zehnjähriger Ruhezeit; Trauerhalle 233 € plus Aufbahrung 88 € = 321 €). Die Gesamtsummen sind auf 50 € gerundet.
| Feuerbestattung, Urnenerdgrab (2. Reihe), schlichte Feier | Betrag |
|---|---|
| Bestatterleistungen | 1.100 – 2.000 € |
| Einäscherung und zweite Leichenschau | 350 – 650 € |
| Einfacher Kremationssarg | 350 – 650 € |
| Standardurne | 100 – 200 € |
| Grabnutzung 10 Jahre (städtisch) | 590 € |
| Urnenbeisetzung (städtisch) | 588 € |
| Trauerhalle und Aufbahrung (städtisch) | 321 € |
| Gesamt | 3.400 – 5.000 € |
| Erdbestattung, Erdgrab (2. Reihe), klassische Feier | Betrag |
|---|---|
| Bestatterleistungen | 1.200 – 2.200 € |
| Sarg (Kiefer bis Buche massiv) | 700 – 2.800 € |
| Grabnutzung 10 Jahre (städtisch) | 840 € |
| Sargbeisetzung (städtisch) | 1.665 € |
| Trauerhalle und Aufbahrung (städtisch) | 321 € |
| Gesamt | 4.750 – 7.850 € |
| Anonyme Urnenbestattung | Betrag |
|---|---|
| Bestatterleistungen | 1.000 – 1.800 € |
| Einäscherung und zweite Leichenschau | 350 – 650 € |
| Einfacher Kremationssarg | 350 – 650 € |
| Standardurne | 50 – 150 € |
| Anonyme Urnengrabstätte (städtisch, einmalig) | 940 € |
| Gesamt | 2.700 – 4.200 € |
Wo München im Bundesvergleich steht
Beim bundesweiten Vergleich von 79 Großstädten (Aeternitas, Pressemitteilung vom 04.06.2025, abgerufen am 18.10.2026) kostet ein Sargwahlgrab in Berlin 964 € für 20 Jahre. Für München nennt die Aeternitas-Übersicht der Beisetzungsgebühren (Stand Mai 2025) beim Erdwahlgrab 1.665 €. Es sind reine Friedhofsgebühren, ohne Bestatter, Sarg und Stein.
| Münchner Besonderheit | Wirkung auf die Rechnung |
|---|---|
| Beisetzungsgebühr Sarg 1.665 € | Der größte städtische Einzelposten bei der Erdbestattung. |
| Grabnutzung jährlich | Niedrige Anfangsrechnung, dafür regelmäßig neu zu zahlen. |
| Ruhezeit meist 10 Jahre | Verlängerung früher fällig, siehe Grab verlängern. |
Warum Großstädte generell teurer sind, steht unter Friedhofsgebühren in Stadt und Land.
In 5 Schritten zur Bestattung in München
- Ablauf klären. Erd-, Feuer- oder anonyme Bestattung? Die Gegenüberstellung hilft bei der Wahl.
- Grabart wählen. Urnenerdgrab, Nische oder Gemeinschaftsgrab nach der Tabelle oben. Das ist die größte Stellschraube bei den städtischen Gebühren.
- Angebot einholen. Die Stadtgebühren sind für alle Betriebe gleich, die Bestatterleistungen nicht. Tipps zum Prüfen: Bestatterrechnung prüfen.
- Zahlung klären. Wer zahlt und was bei knappem Geld gilt, steht unter Wer zahlt die Beerdigung?.
- Grabstein und Pflege planen. Beides kommt später und getrennt dazu: Grabstein, Grabpflege.
Was die Stadt nicht berechnet
- Bestatterleistungen — Überführung, Versorgung, Sarg, Urne, Formalitäten. Hier entstehen die eigentlichen Preisunterschiede: Zwischen Münchner Betrieben liegen für denselben Umfang oft deutliche Preisunterschiede.
- Einäscherung — sie wird über das Krematorium abgerechnet und läuft als Fremdleistung durch die Bestatterrechnung.
- Grabstein und Einfassung — Sache des Steinmetzes, siehe Grabstein: Kosten nach Steinart.
- Grabpflege — jährlich wiederkehrend, siehe Grabpflege.
Wo sich in München am meisten sparen lässt
- Feuer- statt Erdbestattung. Der Unterschied ist hier besonders groß, weil die Sargbeisetzung mit 1.665 € gegenüber 588 € für die Urne zu Buche schlägt — allein daraus ergeben sich 1.077 €.
- Zweite Reihe statt erste. Bei der Grabnutzung sind das 50 € im Jahr, über zehn Jahre 500 €. Der Unterschied ist die Lage, sonst nichts.
- Gemeinschaftsgrabanlage prüfen. Die Satzung nennt dafür 98 bis 610 € je Urne bzw. Anlage, inklusive Grabmal, Bepflanzung und Pflege (§ 4 Abs. 1 Nr. XI) — ohne eigene Grabpflege.
- Angebote prüfen. Die städtischen Gebühren sind für alle gleich. Der Unterschied entsteht ausschließlich bei den Bestatterleistungen.
Quelle der Gebühren: Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt München, Fassung vom 27.05.2024 (Bekanntmachung 10.06.2024, in Kraft seit 01.07.2024), §§ 1, 4, 6, 7; Ruhezeiten: Friedhofssatzung vom 02.12.2021, § 14; beide abgerufen am 17.10.2026. Satzungen werden regelmäßig neu beschlossen — maßgeblich ist stets die aktuelle Fassung im Stadtrecht der Landeshauptstadt. Weitere Quelle: dpa über Schwäbische Zeitung (30.10.2025), abgerufen am 17.10.2026; die Quellen zum Bundesvergleich stehen im Absatz „Wo München im Bundesvergleich steht“. Alle übrigen Beträge sind Spannen unseres Kostenrechners (Stand 2026, brutto).
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Häufige Fragen
Was kostet eine Bestattung in München?
Eine Feuerbestattung mit Urnenerdgrab und schlichter Feier liegt bei etwa 3.400 bis 5.000 €, eine Erdbestattung mit Sarg zwischen Kiefer und Buche bei 4.750 bis 7.850 €. Eine anonyme Urnenbestattung beginnt bei rund 2.700 €. Der Grabstein kommt jeweils hinzu.
Wie hoch sind die Friedhofsgebühren in München?
Die Grabnutzung wird jährlich berechnet: Erdgrab 84 bis 134 €, Urnenerdgrab 59 bis 109 €, Urnennische 57 bis 107 € pro Jahr. Dazu kommen die Beisetzungsgebühr von 1.665 € für Särge oder 588 € für Urnen sowie 233 € für die Trauerhalle.
Warum ist die Beisetzung in München so teuer?
München erhebt für das Öffnen und Schließen eines Sarggrabes 1.665 €, für eine Urne 588 €. Dafür ist die Ruhezeit mit meist zehn Jahren kurz und die Grabnutzung wird jährlich berechnet, sodass die Grabgebühr selbst niedriger ausfällt. Die Städtischen Friedhöfe müssen kostendeckend kalkulieren (dpa, 30.10.2025).
Wie lange ist die Ruhezeit in München?
Grundsätzlich zehn Jahre, auf einigen Friedhöfen 15, 20 oder 30 Jahre. Bei Kindern bis zum vollendeten 2. Lebensjahr drei, bis zum vollendeten 11. Lebensjahr fünf Jahre. Nach einer Einbalsamierung verlängert sie sich um fünf Jahre (Friedhofssatzung § 14). Wer das Grab länger behalten will, muss früher verlängern, und zwar zu den dann gültigen Sätzen.
Wer zahlt die Bestattung, wenn das Geld fehlt?
Zahlen müssen grundsätzlich die Erben (§ 1968 BGB). Sind die Zahlungspflichtigen nachweislich nicht dazu in der Lage, kann das Sozialamt die notwendigen Kosten übernehmen (§ 74 SGB XII). Den Antrag sollten Sie stellen, bevor Sie den Bestatter beauftragen.
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