Trauerbegleitung: Was kostet sie und wer zahlt?
Bei Hospizdiensten, Vereinen und kirchlichen Trägern ist Trauerbegleitung häufig kostenlos; privat setzt jeder Anbieter den Preis selbst, fragen Sie vor dem ersten Termin nach dem Satz. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt sie normalerweise nicht.
Wer zahlt was? Die Wege im Überblick
| Anbieter | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Hospizdienst | Oft frei | Beratung meist kostenfrei, oft spendenfinanziert |
| Vereine, Kirchen | Oft frei | Viele Angebote spendenfinanziert |
| Private Begleiter | Je nach Anbieter | Keine feste Preisliste; Satz vorab erfragen |
| Krankenkasse | Meist nicht | Keine Regelleistung; Satzungsleistung nur freiwillig (DHPV, 16.09.2020) |
| Jugendhilfe | Vereinzelt | Nur für Kinder und Jugendliche (SGB VIII; DHPV, 2020) |
So finden Sie ein Angebot: Schritt für Schritt
- Klären, was Sie suchen. Ein Gespräch unter vier Augen, eine Gruppe mit anderen Trauernden, ein Angebot für Kinder oder ein digitales Format: Viele Träger haben mehrere dieser Formen. Gruppen sind oft günstiger oder kostenlos, Einzelgespräche geben mehr Raum für Persönliches.
- Beim örtlichen Hospizdienst anfragen. Er ist meist der kostengünstigste Einstieg. Fragen Sie nach Einzelgesprächen, Gruppen und Trauercafés. Auch Ihre Kirchengemeinde oder ein Sozialverband am Ort kann Anlaufstellen nennen.
- Nach den Kosten fragen, bevor Sie zusagen. Ist das Angebot kostenfrei, spendenbasiert oder mit festem Satz je Termin? Wie oft und wie lange finden die Treffen statt? Preise sind Richtwerte; den Satz erfragen Sie vor dem ersten Termin.
- Ein Erstgespräch nutzen. Fragen Sie nach einem unverbindlichen Erstgespräch, in dem Sie klären, ob es passt.
- Bei Privatanbietern die Qualifikation erfragen. Fragen Sie nach der Ausbildung und dem Fachverband.
- Sofort reden wollen? Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 (telefonseelsorge.de, abgerufen am 18.10.2026).
Trauerbegleitung ist etwas anderes als eine Behandlung
Nach dem Arbeitspapier des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV, 16.09.2020) ist Trauerbegleitung, die losgelöst von einer Sterbebegleitung stattfindet, bisher nicht gesetzlich förderfähig. Der DHPV unterscheidet zwischen Trauerbegleitung, die Gespräche und Austausch anbietet, und der ärztlichen oder therapeutischen Behandlung einer Erkrankung (Arbeitspapier 16.09.2020). Dieser Ratgeber beantwortet nur die Kostenfrage und ersetzt weder Beratung noch Behandlung.
Was Sie im Todesfall sonst finanziell klären sollten
Neben der Begleitung fallen im Todesfall oft Arbeitsausfall und Bestattungskosten an. Zur freien Zeit gibt es den Ratgeber Sonderurlaub zur Beerdigung; wer die Rechnung der Bestattung bezahlen muss, steht unter Wer zahlt die Beerdigung?. Ein Trauercafé nach der Feier behandelt Leichenschmaus und Trauercafé.
Häufige Fragen
Was kostet Trauerbegleitung?
Das hängt vom Anbieter. Hospizdienste, Vereine und kirchliche Träger bieten Begleitung häufig kostenlos an und finanzieren sich über Spenden. Bei privaten Begleitern setzt jeder Anbieter den Preis selbst; eine allgemeine Preisliste gibt es nicht. Fragen Sie vor dem ersten Termin nach dem Satz je Stunde.
Zahlt die Krankenkasse Trauerbegleitung?
Normalerweise nicht. Nach dem Arbeitspapier des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (16.09.2020) ist Trauerbegleitung, die losgelöst von einer Sterbebegleitung erfolgt, nicht gesetzlich förderfähig. Ob Ihre Kasse als freiwillige Satzungsleistung etwas anbietet, erfahren Sie bei ihr selbst.
Muss ich religiös sein, um ein Angebot zu nutzen?
Nein. Viele Angebote stehen allen Menschen offen, auch weltliche Träger und Vereine beraten. Fragen Sie beim jeweiligen Anbieter nach, ob er Voraussetzungen hat.
Gibt es Angebote für Kinder und Jugendliche?
Ja, viele Hospizdienste und Träger haben eigene Angebote für Kinder und Jugendliche. Nach dem DHPV-Arbeitspapier (2020) wird die Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher vereinzelt über die Jugendhilfe (SGB VIII) finanziert. Fragen Sie beim Jugendamt oder dem örtlichen Hospizdienst nach.
Wohin kann ich mich wenden, wenn ich sofort reden möchte?
Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 (telefonseelsorge.de, abgerufen am 18.10.2026).
Wer bezahlt Trauerbegleitung, wenn das Geld knapp ist?
Fragen Sie zuerst nach kostenfreien Angeboten von Hospizdiensten, Vereinen und Kirchengemeinden; sie sind oft spendenfinanziert. Bei privaten Anbietern können Sie nach einem Erstgespräch und dem Preis je Termin fragen, bevor Sie sich festlegen.
Weiterlesen
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e. V.: Finanzierung der Trauerarbeit und Trauerweiterbildung im hospizlich-palliativen Arbeitsfeld, Ein Zwischenfazit, 16.09.2020, S. 3–4, abgerufen am 18.10.2026. TelefonSeelsorge: telefonseelsorge.de, abgerufen am 18.10.2026. Dies ist eine allgemeine Orientierung zu Kosten, keine Beratung oder Behandlung und keine Rechtsberatung.