Einladung zur Beerdigung: Wer lädt wie ein?
Eingeladen wird auf drei Wegen: durch die Traueranzeige für alle, durch Trauerbrief oder Trauerkarte für Verwandte, Freunde und Bekannte und durch einen persönlichen Anruf für die Nächsten. Eine feste Form oder Frist gibt es nicht.
Einladung zur Beerdigung in 6 Schritten
- Termin klären. Ort, Tag und Uhrzeit legen Sie mit Bestatter, Friedhof und Pfarrer oder Trauerredner fest. Erst dann lohnt sich die Einladung, damit später nichts mehr geändert werden muss. Verschicken Sie die Einladung, sobald Ort und Uhrzeit mit Friedhof, Bestatter und Redner feststehen.
- Kreis festlegen. Entscheiden Sie, ob alle kommen sollen (offene Trauerfeier) oder nur der engste Kreis. Das bestimmt, ob eine Anzeige nötig ist oder Briefe und Anrufe genügen.
- Die Nächsten persönlich anrufen. Eltern, Kinder, Geschwister und enge Freunde sollten es nicht aus der Zeitung erfahren. Fragen Sie nebenbei, ob jemand anreist und Hilfe bei Fahrt oder Unterkunft braucht.
- Anzeige und Trauerbriefe aufsetzen. Die Anzeige erreicht auch Bekannte, deren Adresse Sie nicht haben. Trauerbriefe oder -karten schicken Sie an alle, die dem Verstorbenen oder Ihnen nahestanden. Bestatter oder Druckerei entwerfen die Texte gern mit; Kosten siehe Traueranzeige Kosten.
- Alle nötigen Angaben prüfen. Siehe die Liste unten. Lesen Sie den Text noch einmal gegen die Termine des Bestatters.
- Rückmeldungen sammeln. Nur wenn ein Beisammensein mit Essen geplant ist, bitten Sie um kurze Antwort, damit die Gaststätte planen kann. Für die Trauerfeier selbst ist in der Regel keine Anmeldung nötig.
Diese Angaben gehören in die Einladung
Nennen Sie darin Ort, Zeit, Art der Feier, Kleidungswunsch, Blumen- oder Spendenwunsch und ein mögliches Beisammensein danach.
- Name der verstorbenen Person mit Lebensdaten.
- Art der Feier: Trauerfeier in Kapelle oder Kirche, Beisetzung am Grab, beides nacheinander oder Trauerfeier ohne anschließende Beisetzung (etwa vor einer Feuerbestattung).
- Ort mit Adresse und, wenn der Friedhof groß ist, der genaue Treffpunkt, etwa „an der Trauerhalle“.
- Tag und Uhrzeit.
- Kleidung, falls gewünscht. Dunkle Kleidung ist üblich; war es der Wunsch der verstorbenen Person, kann es bewusst bunt sein. Schreiben Sie es dazu, sonst wissen Gäste es nicht.
- Blumen oder Spenden: Wünschen Sie Blumen und Kränze oder „anstelle von Blumen“ eine Spende? Mehr dazu unter Trauerkranz und Blumenschmuck.
- Anfahrt und Parken, wenn Parkplätze knapp sind oder der Friedhof schwer zu finden ist.
- Beisammensein danach: Ort, Beginn und ob es offen für alle ist.
- Absender: „Im Namen der Familie“ mit den Namen der Angehörigen.
Formulierungsbeispiele zum Anpassen
Die Beispiele sind Vorschläge; Namen, Orte und Zeiten setzen Sie selbst ein.
Trauerfeier mit anschließender Beisetzung
[Vorname Nachname]
* [Datum] † [Datum]
Die Trauerfeier findet am [Wochentag, Datum] um [Uhrzeit] in der Trauerhalle des Friedhofs [Name, Adresse] statt. Anschließend begleiten wir [ihn/sie] zur Beisetzung. Wir laden herzlich ein.
Trauerfeier ohne Beisetzung (vor der Einäscherung)
Im engen Kreis
Anschließendes Beisammensein (Trauerkaffee)
Blumen- oder Spendenwunsch
Persönlich am Telefon
Welcher Weg für wen?
| Weg | Erreicht | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Anruf oder Besuch | Nächste Angehörige, enge Freunde | Sie persönlich informieren, bevor andere es erfahren |
| Trauerbrief oder -karte | Verwandte, Freunde, Bekannte mit bekannter Adresse | Sie Einladung und Anteilnahme in einem Schreiben verbinden wollen |
| Traueranzeige | Alle, auch Nachbarn, Kollegen, Vereine | die Feier offen ist oder Adressen fehlen |
| Messenger oder Mail | Gruppen von Freunden und Kollegen | es schnell gehen muss; für enge Angehörige ersetzt es den Anruf nicht |
Umgang mit Absagen
Absagen kommen aus Krankheit, Entfernung oder Terminen; sie sind kein Zeichen von Ablehnung. Antworten Sie kurz und freundlich, etwa: „Danke für Ihre Nachricht, wir verstehen das gut.“ Auf Wunsch senden Sie die Trauerrede zu oder bieten an, später gemeinsam das Grab zu besuchen. Schicken Wegbleibende Blumen oder eine Karte, danken Sie auch dafür; mehr dazu in Danksagung nach einem Trauerfall.
Beerdigung mit einem Bestatter planen
Der Bestatter legt Termine fest und hilft bei Anzeige und Trauerbriefen. Holen Sie kostenlos und unverbindlich ein erstes Angebot ein. Ihre Anfrage geht exklusiv an einen Betrieb, bei Bedarf folgt ein weiteres.
Häufige Fragen
Wann sollte die Einladung zur Beerdigung verschickt werden?
Sobald Ort und Uhrzeit mit Bestatter, Friedhof und Pfarrer oder Trauerredner feststehen. Trauerbriefe sollten so früh ankommen, dass die Eingeladenen sich freinehmen und anreisen können. Nahe Angehörige und Freunde rufen Sie am besten sofort an. Eine gesetzliche Frist für die Einladung gibt es nicht.
Muss man zur Beerdigung eingeladen werden?
Nein. Steht in der Anzeige nichts anderes, ist die Trauerfeier offen. Soll der Kreis klein bleiben, schreiben Sie es ausdrücklich dazu, zum Beispiel: Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.
Wie lade ich zum Trauerkaffee ein?
Nennen Sie in Anzeige oder Trauerbrief Ort und Beginn des anschließenden Beisammenseins und bitten Sie bei Bedarf um kurze Rückmeldung, damit die Gaststätte planen kann. Lassen Sie im Text zu, dass Gäste nicht bleiben müssen.
Was schreibe ich, wenn keine Blumen gewünscht sind?
Ein Satz genügt: Anstelle von Blumen bitten wir um eine Spende für … mit Name der Organisation. Nennen Sie Kontodaten nur, wenn die Organisation das vorsieht, und fragen Sie dort vorher nach.
Wie gehe ich mit Absagen um?
Eine Absage ist kein Zeichen von Ablehnung; oft stehen Gesundheit, Entfernung oder Termine dahinter. Danken Sie kurz, lassen Sie die Antwort unkommentiert und bieten Sie an, später gemeinsam das Grab zu besuchen oder die Trauerrede zuzusenden.
Wer zahlt Traueranzeige und Trauerbriefe?
Anzeige und Briefe gehören zu den Bestattungskosten, die in der Regel die Bestattungspflichtigen oder die Erben tragen. Was Anzeigen kosten, steht im Ratgeber Traueranzeige Kosten.